Es ist ständige Rechtssprechung, dass im Zusammenhang mit Autoglasreparaturen oder Unfallschäden der Unternehmer dem Kunden die Selbstbeteiligung nicht ganz oder teilweise erlassen darf.

Grundsätzlich gilt: Immer dann, wenn die Versicherung auf die Selbstbeteiligung besteht, muss der Kunde sie auch zahlen.

Nach Versicherungsbertrag zwischen dem Kunden und der Versicherung muss der Kunde den Schaden in Höhe der Selbstbeteiligung selbst tragen und die Versicherung geht aufgrund der Abrechnungsunterlagen in Verbindung mit der Abtretungserklärung davon aus, dass der Kunde die Selbstbeteiligung (meistens 150,00 €) voll bezahlt und sie nur den Differenzbetrag übernehmen.

Wenn zB 75,00 € von der Selbstbeteiligung erlassen werden, wird der Versicherung um 75,00 € zu viel berechnet. DIES IST EINDEUTIG VERSICHERUNGSBETRUG. Dies stellt einen Verstoß gegen § 4 Nr. 11 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) dar, wonach es wettbewerbswidrig ist, wenn man einer gesetzlichen Vorschrift zuwider handelt. Beispielhaft ist die Entscheidung des Landgericht Mannheims vom 13.08.2004, Az.: 7 O 19/04. Hiernach stellt es einen Verstoß gegen die guten Sitten dar, wenn ein Unternehmen für den Austausch der defekten Windschutzscheibe die Selbstbeteiligung bei der Kaskoversicherung als individuellen Preisnachlass anbietet. Die Aktion ist nach dem Landgericht Mannheim darauf angerichtet, den Kunden dabei behilflich zu sein, bei ihrer Teilkaskoversicherung einen tatsächlich so nicht entstandenen Schaden abzurechnen.

Es ist noch nicht einmal zulässig, dem Kunden im Zusammenhang mit dem Scheibenaustausch einen Bonus oder einen Gutschein zu gewähren. Entscheidung OLG Celle vom 15.09.2005, Az.: 13 U 113/05.